Alte Freunde

von Tim

verschwommene Erinnerungen

„Komm schon alter Freund, lass noch mal rocken […]
dann bleib hier hocken, dann geh ich eben allein.“
Frau Doktor – Alter Freund

Manchmal würde ich mich mit verschiedensten Menschen, mit denen ich früher mal mehr oder weniger gut befreundet war, hinsetzen und mal ein Bier trinken. Bei vielen davon fällt mir dann auf, dass das nicht funktionieren kann. Man hat sich einfach auseinander gelebt.

Ich war in meiner bisherigen 22jährigen Karriere im Kindergarten, Grundschule, Realschule, Gymnasium, Oberstufe, Fachhochschule und Universität. Das waren sieben Stationen, sieben Dörfer, sieben Freundeskreise. Mit jedem Mal verändert man sich. Und die Freunde verändern sich in eine andere Richtung. Im Moment der Verabschiedung verspricht man noch anzurufen und sich ganz sicher oft zu besuchen. Wenn man ehrlich ist, weiß man zu dem Zeitpunkt schon, dass es nicht so kommen wird. Wenn man Glück hat bleiben noch zwei bis drei Kontakte, die man dann noch drei Mal im Jahr sieht. In andern Fällen muss man sich zu einem Lächeln und einem „Hi.“ zwingen, weil es jedem unangenehm ist den anderen zu sehen. Andere möchte man gerne grüßen aber sie gehen einfach weiter.

Es kommt zu der Situation das man einen seiner ehemaligen Freunde nach eineinhalb Jahren wieder trifft und er einem sagt das sein Vater letztes Jahr gestorben ist. Scheiße. Man ist raus. Und das ist normal.

Man entwickelt mit der Zeit ein Gespür wer von den aktuellen Freunden sich auch später mal melden wird. Und hat Angst, das es niemand sein könnte.

Advertisements